Zum Staufner Haus am Hochgrat

Das Staufner Haus ist eine gemütliche Hütte in der Nagelfluhkette, die besonderen Wert auf gutes Essen legt. Sie kann bequem per Seilbahn, oder über eine schöne Tour erreicht werden.

Staufner Haus Wandern

Im Aufstieg von der Brunnenauscharte Richtung Rindalphorn.

Eckdaten zur Wanderung zum Staufner Haus

1
Schwierigkeit
1,5-2 Std.
Gehzeit
↑ 780 Hm
Höhendifferenz

Wandern im Nagelfluh

Das Bergmassiv vom Hohen Häderich bis zum Mittag, zwischen Voralpenland und Alpen gelegen, besteht aus Nagelfluhgestein. Es ist von Oberstaufen/ Steibis bzw. Immenstadt aus zugänglich, wobei im Westen der Hochgrat und im Osten der Mittag mit Bergbahnen erschlossen sind. Aufgrund der begünstigten Lage eignet sich dieses Allgäuer »Vorgebirge« schon im zeitigen Frühjahr und bis in den späten Herbst hinein für Touren, wenn auf den Gipfeln des Allgäuer Hauptkammes noch oder schon zu viel Schnee liegt.

Die Blumenpracht der Bergkette und die herrlichen Sonnenuntergänge über dem Bodensee im Westen sind neben den lohnenden Gipfeln weitere Highlights, die viele Bergwanderer auf die Höhe und in die Almen und Hütten der Nagelfluhkette locken. Das Staufner Haus liegt nur zehn Gehminuten unterhalb der Bergstation der Hochgratbahn und ist somit ein ideales Ziel auch für Familien mit kleineren Kindern (kleiner Spielplatz vorm Haus, großer Kinderspielplatz an der Bergstation der Hochgratbahn). Weitwanderer, die auf den Fernwanderwegen E4 und E5 unterwegs sind, finden in der Hütte der Sektion Oberstaufen-Lindenberg ebenso eine ideale Anlaufstelle wie Begeher der Nagelfluhkette.

Gute Küche im Staufner Haus

Staufner Haus

Von der Hochgratbahn ist es nur eine Viertelstunde zum Staufner Haus.

Im Mai 2005 haben Christoph und Ulli Erd das Staufner Haus als Hüttenwirte übernommen. Inzwischen fühlen sich auch Tochter Lina, Sohn Hannes und Nesthäkchen Felizia auf der Hütte wohl. Als gelernter Koch legt Christoph Erd Wert darauf, dass alle Speisen frisch zubereitet werden. Eine Besonderheit bietet der vor der Hütte stehende Backofen, aus dem vom Krustenbraten über diverse Kuchen bis hin zum Apfelstrudel und Hefezopf alles holzofenfrisch auf die Teller der Gäste kommt! Zustieg Der Zustieg zum Staufner Haus erfolgt vom Parkplatz an der Talstation der Hochgratbahn (Zufahrt von Oberstaufen/Steibis zur Hochgratbahn) in eineinhalb bis zwei Stunden auf breitem Fahrweg, der für Fahrverkehr gesperrt ist.

Zunächst geht man 150 Meter auf der Straße zurück, dann nach links den bequemen Alpfahrweg entlang zur Unteren und Oberen Lauchalpe und weiter zum Staufner Haus hinauf. Der Zustieg ist leicht und weist keinerlei Probleme auf, wenn man einmal von der nahen Gondelbahn absieht, die vielleicht beim ein oder anderen Wanderer die Motivation schmälert, aus eigener Kraft aufzusteigen. Denn am bequemsten ist natürlich die Bergfahrt in der schon etwas betagten Hochgratbahn, die in beschaulichem Tempo die fast 800 Höhenmeter zur Bergstation zurücklegt. Von dort ist das knapp unterhalb der Station liegende Staufner Haus rechter Hand zunächst über eine Metalltreppe und anschließend über einen breiten Weg in 15 Minuten erreicht.

Hochgrat (1834m) und Rindalphorn (1821 m)

Der Hochgrat ist der höchste Berg der Nagelfluhkette und Hausberg von Oberstaufen. Für seine schöne Aussicht – unter anderem auf den Säntis und den Bodensee – bekannt, lockt er besonders bei guten Wetterverhältnissen viele Besucher auf seinen Gipfel. Vom Staufner Haus wandert man in gut 15 Minuten gemächlich hinauf zur Bergstation der Seilbahn. Von dort dem vor einigen Jahren aufwändig sanierten Weg direkt zur Gratschneide folgen, zunächst in großen Stufen, die der Erosion vorbeugen sollen, dann über eine kurze, mit Drahtseil gesicherte Querung zum großen Gipfelkreuz. Hierfür ist eine weitere reichliche Viertelstunde anzusetzen. Kleinere Kinder sollte man im Auge behalten – hinter den Drahtseilabsperrungen fällt die Nordwand des Hochgrats steil ab!

Bei gutem und trockenem Wetter empfiehlt sich trittsicheren und schwindelfreien Bergwanderern die Überschreitung des Hochgrats mit zwei Abstiegsmöglichkeiten: Über die Ostschulter steigt man 200 Höhenmeter hinab in die Brunnenauscharte. Von dort zweigt linker Hand die erste Variante ab, über eine mit Drahtseil gesicherte Steilstufe zur verfallenen Brunnenaualpe, auf schmalem Weg weiter nach Gratvorsäß und zur Hinteren Sigmundsalpe, von wo eine Alpstraße zurück zur Talstation leitet. Für diese Runde vom Staufner Haus muss man mit zweieinhalb bis drei Stunden Gehzeit rechnen. Wer die wunderbare Aussicht vom Nagelfluhgrat noch weiter genießen möchte, marschiert von der Brunnenauscharte weiter Richtung Rindalphorn, dessen Gipfel in angenehmem Auf und Ab zunächst rechts des Grates durch Bergwiesen auf einen Vorgipfel, dann über eine weitere Scharte mit Wegkreuzung erwandert wird.

Nach der Gipfelrast geht man zur Wegkreuzung zurück und wendet sich nach Osten zur zweiten Abstiegsmöglichkeit. Sie erfolgt nahe des Rindalphorn-Ostgrats hinunter in die breite Gündlesscharte, an deren Ostende wiederum ein schmaler Steig über die aufgelassene Obere Rindalpe zur Rindalpe hinabführt. Zunächst durch Alp wiesen leitet dann eine Alpstraße in den Wald und entlang dem rauschenden Rindalper-Tobel zu einer weiteren Wegkreuzung. Hier dem Wegweiser zur Hochgrat-Talstation nach links folgen und über das Älpele und die Hintere Sigmundsalpe auf die Forststraße im Tal hinab und zum Ausgangspunkt an der Hochgrat-Talstation zurück. Für diese größere Runde sind ab dem Staufner Haus viereinhalb bis fünf Stunden zu veranschlagen.

Wanderkarte Staufner Haus und Hochgrat

Wanderkarte Staufner Haus und Hochgrat

Gipfeltouren rund um das Staufner Haus

Natürlich kann man, wenn man fit genug ist und das Wetter passt, entlang dem Nagelfluhgrat nach Osten weiterwandern und dabei bis zu fünf weitere Gipfel »mitnehmen« – Gündleskopf, Buralpkopf, Sedererstuiben, Stuiben und Steineberg stehen gleichsam Spalier –, um schließlich vom Mittaggipfel mit dem Sessellift nach Immenstadt hinabzuschweben. Die gesamte Überschreitung aller – inklusive Hochgrat und Rindalphorn sieben – Gipfel ist bekannt und beliebt und bietet einzigartige Ausblicke zu beiden Seiten. Sie sollte aber nur bei sicheren Verhältnissen begangen werden und setzt neben sehr guter Kondition auch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraus, da teilweise felsige Passagen zu begehen sind.

Außer der Alpe Gund, zu der man vom Sedererstuiben abzweigen kann, gibt es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit, also ausreichend Proviant für sieben bis acht Stunden mitnehmen.

Infos zur Wanderung zum Staufner Haus am Hochgrat

Talort/Ausgangspunkt Weißachtal (830 m), Talstation Hochgratbahn
Anfahrt Über Oberstaufen Richtung Steibis ins Weißachtal, Bahnverbindung nach Oberstaufen, Bus zur Talstation Hochgratbahn
Gehzeit zur Hütte 1 1/2–2 Std.
Anforderung Leicht, auf breitem Fahrweg/Wanderweg über Untere und Obere Lauchalpe zum Staufner Haus
Beste Jahreszeit Mai bis Oktober
Karte Bayerisches Landesvermessungsamt UK L8, Allgäuer Alpen, 1:50 000
Tourismusinformationen Oberstaufen Tourismus Marketing GmbH, Hugo-von-Königsegg-Str. 8, 87534 Oberstaufen, Tel. 08386/930 00, Fax: 08386/ 93 00 20, E-Mail: info@oberstaufen.de, www.oberstaufen.de
Hüttensteckbrief Höhe: 1614 m
Erbauer: DAV-Sektion Oberstaufen-Lindenberg, 1908
Bewirtschaftet: Vom 1. Mai bis Allerheiligen, während der Wintermonate Montag bis Mittwoch Ruhetag; in den Weihnachts- und Faschingsferien durchgehend geöffnet
Kapazität: 76 Lager und 10 Betten
Kontakt: Tel. 08386/82 55, Fax: 99 11 21, www.staufner-haus.de
Wichtigste Touren Hochgrat (1834 m), 220 Hm, Aufstieg 45 Min.; Abstieg zum Staufner Haus 30Min., leicht; Abstieg über Brunnenauscharte ins Tal 2–21/2 Std., mittel (I); Rindalphorn (1821 m), etwa 400 Hm, Aufstieg 21/2 Std., Abstieg 2–3 Std., mittel (I); Eineguntkopf (1639 m), etwa 200 Hm, Aufstieg 2–21/2 Std., Abstieg 11/2–2 Std., leicht
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