Informationen

Hüttenwandern im Allgäu – die wichtigsten Informationen

Bevor Sie zu Ihrer Hüttenwanderung aufbrechen, sollten Sie einige Punkte beachten. Damit die Tour zu einem gelungenen Erlebnis wird, ist eine gute Planung wichtig.

Steinseehuette - Huettenwandern Allgaeu

Die Steinseehütte bei Zams

Kleiner Hütten-Knigge

Eine Voranmeldung ist bei größeren Gruppen, in den Sommer- und Herbstferien oder für längere Aufenthalte notwendig, in allen anderen Fällen empfehlenswert. Bitte unbedingt Bescheid geben, wenn man nach der Anmeldung doch nicht kommen kann!

  • Auf allen DAV-Hütten gilt Rauchverbot.
  • Bitte Wasser und Energie sparen auf der Hütte!
  • Auf den DAV-Hütten ist normalerweise von 22 oder 23 Uhr bis 6 Uhr morgens Hüttenruhe. Bei einem frühen Aufbruch sollte man am Abend vorher packen, damit die anderen im Lager nicht gestört werden.
  • Bitte den eigenen Abfall selbst mit ins Tal nehmen.
  • Hunde sind auf manchen Hütten willkommen, auf manchen aber nicht. Am besten erkundigt man sich vor dem Aufenthalt beim jeweiligen Hüttenwirt nach den genauen Regeln!

Tipps zum Klettersteiggehen

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Für Mutige sind Klettersteige der Weg auf aussichtsreiche Gipfel

Einige der vorgestellten Touren enthalten Klettersteigpassagen. Hier ist eine komplette Klettersteigausrüstung erforderlich: Y-Klettersteig-Set mit zwei Klettersteig-Karabinern, Klettergurt und Helm, für Empfindliche eventuell Handschuhe.

Wichtig sind der korrekte Einsatz der Ausrüstung und eine Kraft sparende Technik. Der Anseilknoten muss beim Einbinden überprüft und gegebenenfalls von einem Partner gecheckt werden.

Wie beim Klettern gilt auch am Klettersteig das Prinzip der drei Haltepunkte: drei Extremitäten haben festen Griff bzw. Tritt, eine Extremität greift oder steigt höher. Auf Klammern, Stifte und Sprossen wird mit der Sohlenmitte aufgetreten, um ein Abrutschen zu vermeiden.

Nur eine Person sollte sich jeweils im Abschnitt zwischen zwei Verankerungen ins Drahtseil einhängen. Beim Umhängen der beiden Karabiner an einer Verankerung in den nächsten Abschnitt muss man darauf achten, dass ein Karabiner immer eingehängt sein muss, wenn man den anderen ausklinkt.

Berücksichtigen sollte man auch, dass es auf Dauer sehr kräftezehrend ist, wenn man sich am Drahtseil hochzieht. Mit geschickter Beinarbeit kann man die Arme hervorragend entlasten und spart sehr viel Energie – genau wie beim Klettern.

Seilversicherungen sollten daher möglichst nur als Sicherungsmittel benutzt werden und so wenig wie möglich zum Ziehen.

Informationen zum Naturschutz beim Wandern

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Pflanzenvielfalt in den Allgäuer Alpen. Viele alpine Blumen sind geschützt

Naturschutz Viele Regionen der Allgäuer und Lechtaler Alpen sind geschützt; es sollte aber selbstverständlich sein, sich überall in den Bergen an die wichtigsten Regeln zum Schutz der Natur zu halten: keinen Müll wegwerfen, keine Nistplätze oder Ameisenhaufen zerstören, keine geschützten Pflanzen pflücken. Beim Wandern sollte man auf den Wegen und Steigen bleiben und nicht durch Abkürzer die Erosion fördern.

Es ist kaum zu glauben, aber man kann immer wieder beobachten, dass sich Wanderer selbst dann nicht vom Rasten an einem Aussichtspunkt abhalten lassen, wenn dieser zur Erholung der malträtierten Vegetation durch ein rot-weißes Band abgesperrt ist.

In Schutzgebieten ist das Sammeln von Mineralien und Versteinerungen verboten, dort besteht auch generell Anleinpflicht für Hunde. Verlässt man das Weidegebiet einer Alpe durch ein Gatter, muss dieses unbedingt wieder geschlossen werden.

Bei Wanderungen mit Hund muss berücksichtigt werden, dass Rinder auf einen Hund aggressiv reagieren und dann auch für den Halter gefährlich werden können. Es ist nicht zum Lachen – in der Schweiz sind zahlreiche Alp-Unfälle dieser Art bekannt, darunter Fälle mit schweren Verletzungen.

Orangen- und Bananenschalen sind zwar Biomüll, aber es dauert in Höhenlagen sehr lange, bis sie verrotten. Viele der alpinen Blumen sind geschützt, so auch die Enzianarten: Pflücken verboten, fotografieren erlaubt!

Die richtige Planung: Einschätzen der Gehzeit

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Auch Kinder haben beim Hüttenwandern im Allgäu jede Menge Spaß

Die Zeitangaben entsprechen den reinen Gehzeiten ohne Pausen. Diese Zeitangaben im Führer können Ihnen bei Ihrer persönlichen Touren- und Zeitplanung nur als Richt- werte dienen. Zur Gehzeit kommt die Zeit für Pausen und Päuschen hinzu, ferner sind für den tatsächlichen Zeitbedarf noch weitere Faktoren entscheidend: die Gruppengröße, die Berggängigkeit und der Konditions- zustand von Ihnen oder – im Falle von Begleitern – vom schwächsten Mitglied Ihrer Gruppe. Wer unterwegs viel fotografiert und immer wieder stehen bleibt, um den grandiosen Ausblick zu genießen, der weiß bestimmt, dass man dafür unglaublich viel Zeit aufwenden kann.

Die Faustregel

Als Faustregel für die hier angegebene reine Gehzeit wurden für ein bis zwei Personen rund 350 Höhenmeter pro Stunde im Aufstieg und 600 Höhenmeter im Abstieg zugrunde gelegt. Längere Vertikaldistanzen wurden grob mit etwa 5km/Std. veranschlagt. Für eine größere Gruppe gilt mindestens folgende Formel:

Aufstieg 300Hm/Std., Abstieg 500Hm/Std., Horizontaldistanz 4 km/Std.

Die Gehzeit wird aus den Zeiten der zurückgelegten Höhenunterschiede berechnet, den so genannten Vertikaldistanzen, sowie aus den Zeiten für die flachen Streckenabschnitte, die Horizontaldistanzen. Von den beiden errechneten Zeiten wird dann der jeweils kleinere Wert halbiert und zum größeren addiert.

Beispiel Aufstieg für eine größere Gruppe:

Höhenunterschied Aufstieg 900 m (300 Hm/Std.)
10 km Horizontaldistanz =
= 4km/Std. = 21/2 Std. : 2 Gesamtgehzeit im Aufstieg
= 3,00 Std. = 1,25Std.
= 4,25 Std.

Bei Ihrer individuellen Tourenplanung müssen Sie also zur reinen Gehzeit die anderen Zeitfaktoren addieren. Eine längere Anfahrt an den Ausgangspunkt am frühen Morgen oder die Fahrt mit der Seilbahn zur Bergstation sind auch heikle Faktoren, die schon vor Beginn der Tour jeden Zeitplan killen können. Und wenn Sie am Sonntagabend von hoch oben nicht zuschauen wollen, wie unten im Tal der letzte Bus abfährt, sollten Sie sich auch bereits im Vorfeld über die Bus- und Bahnverbindung informieren, die Sie zum Ausgangspunkt zurückbringt.

Vorsticht vor Steinschlag und unwegsamem Gelände

In den Alpen kommt man immer wieder in steiles Gelände, in dem große Vorsicht geboten ist. Dies betrifft fast ausschließlich ausgesetzte Grate, die Querung von Steilhängen, Altschneefeldern oder nassen Grashängen. Das Gehen mit Teleskopstöcken schont nicht nur die Gelenke, sondern wirkt sich auch positiv auf das Gleichgewicht und die Trittsicherheit aus, vor allem in heiklem Gelände wie Schneefeldern, bei Bachüberquerungen und auf nassen, rutschigen Wegen. Führt der Weg unter hohen, steinschlaggefährdeten Felsflanken entlang, muss man diesen Abschnitt einzeln und so rasch wie möglich hinter sich bringen. Es ist manchmal unglaublich, wie unbedarft manche Wanderer ihre Rastplätze ausgerechnet in Steinschlagrinnen suchen.

Bereit für jedes Wetter

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In den Allgäuer Alpen bieten sich dem Wanderer wahre Bilderbuch-Ausblicke

Verschlechtert sich das Wetter zusehends, kehrt man rechtzeitig um – dasselbe gilt, wenn einer der Begleiter den Anforderungen konditionell oder psychisch nicht gewachsen ist. Klingt einfach, ist es aber oft überhaupt nicht, denn schließlich muss man einen lange zuvor schon geplanten Tourenplan kippen. Im Sommer sollte man sich vor Hitzeschäden schützen wie Sonnenbrand, Hitzschlag oder Sonnenstich. Vorsorgen kann man durch weite, luftige Bekleidung, Sonnenhut, Sonnencreme mit Lippenschutz und vor allem durch viel Flüssigkeitszufuhr unterwegs.
Im Herbst oder Frühsommer kann es auch im Allgäu bei einem Wettersturz schnell empfindlich kalt werden, vor allem in Kombination mit Wind und Nässe. Dies sollte man beachten bei der Wahl seiner Wanderbekleidung und sie den entsprechenden Verhältnissen anpassen – die moderne atmungsaktive Funktionsbekleidung ist so leicht, dass man durch die paar Gramm, die eine Überhose und ein zusätzlicher leichter Fleece im Rucksack ausmachen, keine Probleme mit der Kondition bekommen dürfte.
Eine kleine Stirnlampe, die auch nicht viel wiegt, sollte ebenso wie die Notfall-Apotheke bei keiner Tour fehlen, zumal es auf den uriggemütlichen Alpen und Hütten leicht vorkommen kann, dass man den Rückweg viel später antritt als geplant. Und allen Handy-Kritikern zum Trotz: Auch das Handy gehört in den Rucksack, sollte aber wirklich nur in Notfällen benutzt werden. Es ist kein Garant für eine schnelle Rettung, das Netz weist in den Bergen noch große Funklöcher auf.

Ein Kommentar

  1. Peter Jansen
    Am 14. Februar 2016 um 13:01 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hallo,
    wir sind eine Männergruppe 5 Personen und suchen eine Wanderung – von
    Hütte zu Hütte – für ca.8 Tage. Gibt es hier einen komplett Vorschlag.
    Danke für eine mögliche Hilfe
    M.f.G. Peter Jansen ( Köln )

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