Rappenseehütte und Hohes Licht

Die Rappenseehütte gehört zu den bekanntesten, größten und am häufigsten besuchten Hütten im deutschen Alpenraum. Sie wurde 1885 eröffnet; die Initiative ging auf einen Pfarrer und späteren Universitätsprofessor namens Dr. Thürling zurück, der auf einer Wanderung vom Lechtal über die Große Steinscharte kommend zum Rappensee wanderte und von dieser idyllischen Berglandschaft völlig begeistert war.

Rappenseehütte Hohes Licht

Die Rappenseehütte unterhalb des Hohen Lichts

Eckdaten zur Tour Rappenseehütte – Hohes Licht

1
Schwierigkeit
5 Std.
Gehzeit
↑ 1200 Hm
Höhendifferenz

Eine Berghütte im Garten Eden

Man kann gut nachvollziehen, dass dieser grüne Aussichtsbalkon mit den zwei kleinen Seen unter den langen Geröllhalden und den in den Himmel ragenden grauen Bergen samt des großartigen Ausblicks auf die Schafalpenköpfe jenseits des Tales auf den geistlichen Betrachter fast wie ein Garten Eden wirken musste. Dr. Thürling überzeugte jedenfalls den Vorstand der Sektion Kempten, dort eine Hütte zu bauen, und zwei Jahre später wurde nach nur einem Monat Bauzeit im Juli 1885 die Eröffnung gefeiert.

Von der Rappenseehütte auf das Hohe Licht

Rappenseehütte Hohes Licht

Am Hohen Licht liegt oft bis Mitte Juli Schnee

Der zweithöchste Gipfel der Allgäuer Alpen, das Hohe Licht (2651 m), ist leicht zu erreichen. Meist wird dieser Gipfel bei der Begehung des Heilbronner Wegs bestiegen, da dann Auf- und Abstieg ab Route mit insgesamt etwa einer Stunde kurz sind, die Aussicht bei guter Sicht aber trotzdem lohnend: Ein zählfreudiger Panorama-Fan kam auf 420 Alpengipfel, darunter Wildspitze, Königspitze, Ortler, Tödi und Säntis (Aufstieg 580 Hm, ca. 11/2 Std., leicht). Auf der Route des Heilbronner Wegs hinauf zur Großen Steinscharte und über das Wieseleskar zur Schuttrippe in der Flanke des Hohen Lichts. Durch eine feuchte, drahtseilgesicherte Rinne gelangt man zur Weggabelung mit Hinweisschild: Der Heilbronner-Weg zweigt nach links ab, zum Gipfel des Hohen Lichts folgt man dem Pfad nach rechts. Nach einer kurzen mit Drahtseil abgesicherten Passage führt er in Kehren hinauf zum Gipfel. Abstieg wie Aufstieg.

Auf dem Heilbronner Weg

Der berühmte Heilbronner WegDieser spektakuläre, sehr beliebte Höhenweg ist eigentlich nur ein Teilstück des Verbindungswegs zwischen Rappenseehütte und Kemptner Hütte und weist klettersteigähnliche Passagen auf. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind deshalb erforderlich, bei Nässe wird er heikel; Anspruch mittel, reine Gehzeit ca. 5–6 Std. Von der Rappenseehütte wie beim Anstieg zum Hohen Licht zunächst hinauf zur Großen Steinscharte und übers Wieseleskar zur Wegverzweigung Hohes Licht/Heilbronner Weg.

Das „Heilbronner Törl“

Rappenseehütte Hohes Licht

Das „Heilbronner Thörle“ auf dem Heilbronner Weg

Hier nach links und auf einem brüchigen Band zum »Heilbronner Törl«, einem auffälligen Felsdurchschlupf zur Kleinen Steinscharte. Über drahtseilversicherte Platten und eine Leiter weiter auf den Großen Steinschartenkopf (2615 m), dann hinab in die Socktalscharte, wo man durch das Hintere Bockkar auf interessanter Route zum Waltenberger Haus absteigen kann. Nun folgt die Überschreitung des Bockkarkopfes, dessen Gipfel einen herrlichen Ausblick bietet bis zu den Gipfeln im Ötztal und in der Silvretta. Von der Östlichen Bockkarscharte kann man ebenfalls absteigen zum Waltenberger Haus. Unter den Südwänden der Hochfrottspitze geht’s weiter über den (harmlosen) Schwarzmilzferner, einen echten Gletscher, an dem der Einstieg des Normalwegs auf die Mädelegabel beginnt. Nach den Matten der Schwarzen Milz quert man unter der Südflanke des Kratzers zum Westlichen Mädelejoch, biegt dort nach Norden ab und steigt ab zur Kemptner Hütte.

Übergänge von der Rappenseehütte

Rappenseehütte Hohes Licht

Am Übergang vom Rappensee- zur Mindelheimer Hütte

Zur Kemptner Hütte führt der Heilbronner Weg, mittel, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich, bei Nässe heikel, ca. 5–6 Std. Zum Waltenberger Haus geht es auf der Route des Heilbronner Wegs bis zur Socktalscharte, dann steiler Abstieg durchs Hintere Bockkar und Querung zur Hütte (mittel, Trittsicherheit erforderlich, bei Nässe heikel, Gehzeit ca. 4 Std.) Und über den Biberkopf (2599 m) kommt man nach Lechleiten: landschaftlich sehr schön, mittel, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich, bei Nässe heikel, Gehzeit ca. 5 Std.

Wanderkarte Rappenseehütte und Hohes Licht

Rappenseehütte Hohes Licht

Wanderkarte Rappenseehütte, Hohes Licht und Heilbronner Weg

Öffnungszeiten und Infos zur Rappenseehütte

Talort/Ausgangspunkt Oberstdorf, Parkplatz an der Talstation der Fellhornbahn (904 m) oder Bushaltestelle im Ortsteil Birgsau
Anfahrt Von Kempten Richtung Oberstdorf, direkt vor dem Ortseingang Abzweigung zur Fellhornbahn, gebührenpflichtiger Parkplatz an der Talstation im Ortsteil Faistenoy. Sehr gute Bahnverbindung von und nach Oberstdorf über Kempten aus Richtung Ulm/Stuttgart, aus Richtung Lindau/Immenstadt oder mit dem Alex (stündlich) aus München. Per Bus (Busbahnhof neben HBF) weiter über die Fellhornbahn nach Birgsau.
Gehzeit zur Hütte Etwa 5 Std.
Anforderung Keine besonderen Schwierigkeiten
Beste Jahreszeit Mitte Juni bis September
Karte Bayerisches Landesvermessungsamt München UK L8, Allgäuer Alpen, 1:50 000
Tourismusinformationen Kurverwaltung Oberstdorf, Tel. 08322/700–0, www.oberstdorf.de
Hüttensteckbrief Höhe: 2091 m Erbauer: DAV-Sektion Kempten, 1885 Bewirtschaftet: Mitte Juni bis Mitte Oktober Kapazität: 42 Betten, 300 Lager, offener Winterraum: 24 Plätze (AV-Schloss) Kontakt: Info-Telefonbandansage: 08322/70 01 55, Hütten-Fax: 0171/263 12 50 (Juni bis Oktober), Fax im Tal: 08326/36 62 74, www.rappenseehuette.de
Wichtigste Touren Hohes Licht, 2651 m, Aufstieg 580 Hm, ca. 11/2 Std., leicht; Biberkopf 2599 m, ca. 1000 Hm, ca. 21/2–3 Std., südlichster Gipfel, mittel, Trittsicherheit erforderlich; Heilbronner Weg, mittel, 6–7 Std., Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich (Etappe der Allgäu-Durchquerung).
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