Bergtour zur Landsberger Hütte

Die Landsberger Hütte liegt in den Tannheimer Bergen und bietet sich als Stützpunkt für zahlreiche Bergtouren an, da sie aus allen Richtungen leicht zu erreichen ist. Besonders für Familien ist die Hütte ein beliebtes Ziel, dank einfacher Zustiege und idyllischer Seen in der Nähe.

Bergtour Landsberger Hütte

Der Schrecksee am Jubiläumsweg, südwestlich der Landsberger Hütte

Eckdaten zur Bergtour auf die Landsberger Hütte

2
Schwierigkeit
1,5-2 Std.
Gehzeit
↑ 640 Hm
Höhendifferenz

Die Landsberger Hütte – Bergtouren für jedes Können

Die stattliche Landsberger Hütte steht in schöner Lage auf einer Geländerippe zu Füßen der 250 Meter hohen Lachenspitz-Nordwestwand, hoch über Traualp- und Vilsalpsee in den Tannheimer Bergen. Wegen ihrer guten Erreichbarkeit ist sie auch Ziel vieler Tagesgäste. Zudem gilt das Haus der DAV-Sektion Landsberg aufgrund des relativ einfachen Zugangs und auch für Kinder gut begehbaren Aufstiegs als ausgesprochen familienfreundlich. Im Hüttenumfeld bieten Wiesen und der »Lache« genannte kleine See Nachwuchsbergsteigern Abwechslung, während das Tourengebiet ein halbes Dutzend attraktiver Zweitausender aufweist, die alle über Steige erschlossen, aber nicht zu unterschätzen sind: Teilweise geht es zwischen Leilachspitze und Rauhhorn durchaus luftig zur Sache– und Felsberührung gehört beim Gipfelsturm mitunter auch dazu.

Der Jubiläumsweg im Tannheimer Tal zieht sich in Serpentinen um das Rauhorn

Was lange währt …

Die Landsberger Hütte ist ein gutes Beispiel dafür, wie viel Einsatzbereitschaft und Durchhaltevermögen eine Berghütte von der besitzenden Sektion und ihren Mitgliedern verlangt: Schon 1891 konnten erste Hüttenpläne im Watzmanngebiet nicht weiter verfolgt werden; 1905 zerschlug sich das Vorhaben, am Fernpass das Gebiet um den Loreakopf zu erschließen; 1919 scheiterte ein Hüttenprojekt im ehemaligen Hofjagdgebiet Kenzen bei Trauchgau

Erst 1924 wurden die Landsberger auf das Gebiet um den Vilsalpsee aufmerksam und begannen die Planung. Doch es dauerte wegen organisatorischer Probleme weitere fünf nervenaufreibende Jahre, bis die Landsberger Hütte – die versehentlich auch noch einen Meter zu lang gebaut worden war – eingeweiht werden konnte, und das bei strömendem Regen!

Zustieg vom Vilsalpsee ab der Landsberger Hütte

Vom Parkplatz am nördlichen Ende des Vilsalpsees führt ein Sträßchen entlang dem Ostufer zu einer Jagdhütte. Dort links auf den markierten Wanderweg abschwenken ins Traualptal und neben dem Bach durch den Wald im Zickzack über einen steilen Felshang zur Staumauer des Traualpsees hinaufwandern.

Auf der Ostseite des Stausees dem Weg Richtung Süden folgen und über einen weiteren, mit Drahtseil gesicherten Felsaufschwung zur so genannten Lache, einem kleinen Seelein, aufsteigen. Kurz danach rechts abbiegen zur Landsberger Hütte. Alternativ bietet sich auch der zweistündige Zustieg von Tannheim mit Hilfe der Seilbahn zum Neunerköpfle und dann auf dem Saalfelder Höhenweg über die Obere Strindenalpe zur Landsberger Hütte an. Stets ungehinderte Ausblicke, kaum Höhenmeter und die Möglichkeit, entlang dem Höhenweg gleichsam im Vorbeigehen zwei Gipfel – die Sulzspitze (2084 m) und die Schochenspitze (2069 m) – besteigen zu können, machen diesen Hüttenzugang auch für Familien äußerst attraktiv.

Drei-Gipfel-Bergtour ab der Landsberger Hütte

Bergtour Landsberger Hütte

Ziel vieler Bergtouren: Die Landsberger Hütte

Über der Landsberger Hütte bauen sich gleich drei Gipfel auf – Rote Spitze (2130 m), Steinkarspitze (2067 m), Lachenspitze (2126 m) –, die man natürlich jeweils einzeln besteigen, idealerweise aber in einer lohnenden Tour »auf einen Streich« überschreiten kann.

Zuerst geht man die westlich der Hütte gelegene und in einer schlanken Spitze gipfelnde Rote Spitze an. Auf breitem Weg wandert man in die Scharte zwischen Roter Spitze und Steinkarspitze ins Westliche Lachenjoch und von dort über einen erdigen Steig und die steilen Grashänge der Südflanke mit ihrer üppigen Vegetation bis zum Gipfel (ca. 45 Min. von der Hütte).

Der Rückweg über die Steinkarspitze

Beim Rückweg in den Sattel hat man den südlichen Nachbarn und das nächste Ziel, die Steinkarspitze, direkt vor Augen und wundert sich über den Kontrast des jeweiligen Gipfelaufbaus: hier Steilgras, dort grauer Fels. Wieder am Westlichen Lachenjoch angelangt, nimmt man über den Gratrücken die Gipfelfelsen der Steinkarspitze in Angriff. Den Gipfelaufbau umgeht man rechts und gelangt dann steil, aber unschwierig über den Westgrat zum Gipfelkreuz (weitere gute 30 Minuten von der Roten Spitze).

Der Abstieg über den Südwesgrat

Bergtour Landsberger Hütte

Die Bergtour von der Landsberger Hütte auf das Rauhhorn ist anspruchsvoll

Für den Weiterweg von der Steinkarspitze steigt man am besten ein Stück am Rücken des Südwestgrates ab, wendet sich dann in spitzem Winkel nach links und wandert ostwärts durch die Flanke schräg bis zur Steinkarscharte hinab, der Einsattelung zwischen Steinkarspitze und Lachenspitze, dem dritten Gipfel der Rundtour. Vom Sattel geht es auf gutem, sandigem Steig zunächst fast eben, dann deutlich steiler in Kehren durch die Südwestflanke zum höchsten Punkt der Lachenspitze (weitere 45 Minuten von der Steinkarspitze). Der Abstieg Richtung Nordosten fällt das erste Stück zum Vorgipfel hinab ziemlich steil aus, einige IerStellen verlangen auch einmal die Zuhilfenahme der Hände, der geröllige Steig grundsätzlich Trittsicherheit. 200 Meter tiefer am Östlichen Lachenjoch angelangt, schlägt man linker Hand den Weg hinab zur Lache und den Rückweg zur Landsberger Hütte ein, wo man nach drei bis dreieinhalb Stunden Gehzeit eine ausgesprochen reizvolle Drei-Gipfel-Rundtour abschließt.

Abstecher zum Klettersteig durch die Lachenspitz-Nordwand

Seit 2009 zieht ein Klettersteig durch die Lachenspitz-Nordwand. In 20 Minuten Gehzeit von der Hütte ist der Einstieg zu erreichen. Es folgen 230 Höhenmeter Kraxelei der Schwierigkeit C/D, die man in etwa zwei Stunden überwindet, Rückkehr über Normalweg. Klettersteigset und Helm sind notwendig.

Noch ein Gipfel: Leilachspitze

Wer auf den Gipfel-Geschmack gekommen ist und spätestens von der Lachenspitze das südöstlich vorgelagerte, ebenso mächtige wie zerklüftete Felsmassiv der Leilachspitze in Augenschein genommen hat, sollte auch dem höchsten Gipfel der Vilsalpseeberge einen Besuch abstatten. Eine spannende und abwechslungsreiche Tour führt über Schrofen und leichte Kletterstellen (I) von der Landsberger Hütte über die Steinkarscharte (kleiner Steig) oder das Östliche Lachenjoch in die Lechtaler Scharte. Nun quer durch die teilweise steilen Südhänge der Luchsköpfe/Krottenköpfe auf eine Schulter südlich des höchsten Luchskopfes.

Im Schrofengelände sehr steil in die Scharte zwischen Luchsköpfen und Leilachspitze hinab, nördlich um einen Felskopf herum und an die Felsen der Leilachspitze heran. Durch zerklüftetes Felsgelände und über feines Geröll ersteigt man von dort den Gipfelaufbau. Eine brüchige Rinne führt bald in eine Gratlücke zwischen Süd- und Hauptgipfel und über kleine Felsstufen zum Gipfelkreuz. Dank der vorgeschobenen Lage direkt über dem Lechtal bietet die Leilachspitze ein großartiges Gipfelpanorama. Dieses sollte man ausführlich genießen, bevor man sich auf den Rückweg macht, der aufgrund der Gegenanstiege ebenso wie der Aufstieg etwa zweieinhalb Stunden Gehzeit erfordert. Eine weitere anspruchsvolle Tourenmöglichkeit führt in zweieinhalb bis drei Stunden von der Landsberger Hütte über das Westliche Lachenjoch weiter zum Kirchendach-Sattel und über den bröseligen Südgrat zum Gipfel des Rauhhorns 2240 m

Übergänge von der Landsberger Hütte

Über den Jubiläumsweg kann man in sechs bis sieben Stunden zum Prinz-Luitpold-Haus wandern, mittel über Kirchendach-Sattel und Jubiläumsweg geht es in drei bis dreieinhalb Stunden zur Willersalpe, mittel

Wanderkarte Landsberger Hütte und Umgebung

Bergtour Landsberger Hütte

Wanderkarte Landsberger Huette Tannheimer Tal

Öffnungszeiten und Infos zur Landsberger Hütte

Talort/Ausgangspunkt Vilsalpsee (1168 m) oberhalb von Tannheim
Anfahrt Über das Oberjoch nach Tannheim und zum Vilsalpsee, Bahnverbindung bis Sonthofen bzw. Reutte, Busverbindung nach Tannheim und zum Vilsalpsee
Gehzeit zur Hütte 1,5–2 Std.; ab Bergstation Neunerköpfle 2 Std. Zustieg
Anforderung Teilweise steiler Zustieg in Fels, der auch mit Drahtseilen versichert ist; leicht bei Seilbahnbenutzung zum Neunerköpfle und Zustieg über den Saalfelder Höhenweg
Beste Jahreszeit Mitte Juli bis September
Karte Bayerisches Landesvermessungsamt UK L10, Füssen und Umgebung, 1:50 000
Tourismusinformationen Tourismusverband Tannheimer Tal, Oberhöfen 110, A-6675 Tannheim, Tel. +43/(0)5675/622 00, Fax: 62 20 60, E-Mail: info@tannheimertal.com, www.tannheimertal.com
Hüttensteckbrief Höhe: 1805 m Erbauer: DAV-Sektion Landsberg, 1929 Bewirtschaftet: Pfingsten bis Mitte Oktober Kapazität: 30 Betten, 80 Lager, 30 Notlager, Winterraum (14 Plätze) mit AV-Schlüssel Kontakt: Tel./Fax +43/(0)5675/62 82, www.tannheimertal.at/landsberg
Wichtigste Touren Rote Spitze (2130 m), 325 Hm, Aufstieg 1 Std., Abstieg 45 Min., leicht; Steinkarspitze (2067 m) 265 Hm, Aufstieg 1 Std., Abstieg 45 Min., leicht; Lachenspitze (2126 m), 320 Hm, Aufstieg 1,5 Std., Abstieg 1 Std., mittel (I), seit 2009 neuer Klettersteig auf die Lachenspitze (Schwierigkeit (C/D); Leilachspitze (2274 m), etwa 600 Hm, Aufstieg 2–2,5 Std., Abstieg 2 Std., Gegenanstiege (mittel, I); Rauhhorn (2240 m), 435 Hm, Aufstieg 21/2–3 Std., Abstieg 2 Std., schwierig (II)
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