Berghütten im Allgäu

Hüttenwandern zwischen Romantik und Rustikalität

Berghütten sind meist selbst schon attraktive Wanderziele, zugleich aber auch strategisch wichtige Stütz- und Ausgangspunkte für anspruchsvolle und längere Touren, die man vom Tal aus ohne Biwak nicht schaffen würde. Zweck ihrer Existenz ist es, dem Bergfan das Erreichen seiner Ziele zu erleichtern. Sie bieten hoch oben in den Bergen Schutz vor den Widrigkeiten des Wetters, ferner Verpflegung, Wärme, Hilfe in Notlagen und Gesellschaft.

Berghütten Allgäu

Die Bad Kissinger Hütte im Tannheimer Tal

Die Reduktion des Komforts aufs rustikale Wesentliche wurde und wird dabei – zwar nicht von allen Hüttenbesuchern, aber doch von vielen – im Sinne von Hüttenromantik gerne in Kauf genommen oder sogar sehr geschätzt als Gegenwelt zum Lebensstil daheim. Die Übernachtung auf den vergleichsweise sehr preiswerten Berghütten war für viele früher auch die einzige Form von Bergurlaub, die sie sich leisten konnten.

Die ersten Vereinshütten

Als die ersten Hütten der alpinen Verbände in den Bergen entstanden, war es oft der Bau der eigenen Hütte, der die Mitglieder einer Sektion zusammenschweißte zu mehr als Teilnehmern am wöchentlichen Stammtischtreff und an zwei oder drei gemeinsamen Gebirgsausfahrten im Jahr.

Beschäftigt man sich mit der teils spannenden und interessanten Entstehungsgeschichte von Alpenvereinshütten, dann ist es aus heutiger Perspektive sehr beeindruckend, mit welch großem persönlichen, fachlichen, körperlichen und vor allem auch zeitlichen Engagement und Aufwand die Vereinsmitglieder geschuftet haben, um ihren Traum von der eigenen Hütte zu realisieren. Die hohe Lage der meisten Hütten sorgte dabei fast immer für unliebsame und meist teure Überraschungen und Probleme, die gemeinsam gelöst werden mussten.

Die alpinen Bauherren mussten dabei oft den »VI. Schwierigkeitsgrad in der Verwaltungsarbeit« bewältigen, wie es einer von ihnen formulierte. Zeit zum Felsklettern blieb da keine mehr. Dasselbe gilt für alle, die mithalfen, das gemeinsame Ziel zu erreichen, und ihr Können, ihre Muskelkraft, ihre handwerklichen Kenntnisse oder ihre Kochkünste für die Verpflegung der Hüttenbauer einbrachten und auf ihre Freizeit verzichteten.

Ein Beitrag für die Solidargemeinschaft

Da die Mitglieder der Alpenvereine auf allen Hütten der alpinen Verbände durch das so genannte »Gegenrecht« die gleichen Rechte genießen, ist dieses ehrenamtliche Engagement der einzelnen Sektionen beim Hüttenbau genau genommen ein großartiger Einsatz im Sinne einer Solidargemeinschaft. Alle Bergfans und Hüttenbesucher profitieren davon, auch die nicht organisierten Bergfreunde, die jedoch etwas mehr für die Übernachtung zahlen müssen als die Mitglieder. Inzwischen ist die Existenz von Berghütten und deren Nutzung zur Selbstverständlichkeit geworden. Und die Erwartungen der Besucher orientieren sich dabei zunehmend am Komfort und den Serviceleistungen, die einem Urlauber im Tal geboten werden. Kann das auf Dauer gut gehen?

Berghütten Allgäu

Die Willersalpe über den Hinterstein wird noch mit Tragpferden versorgt

Von der Schutzhütte zum Komforthotel

Im Laufe der Zeit sind die Anforderungen an Berghütten stark gestiegen: durch Auflagen der Behörden, aufgrund der ökologischen Zielsetzungen und Richtlinien des Alpenvereins und vor allem auch durch die Erwartungshaltung der Hüttenbesucher hinsichtlich des Komforts, der hygienischen Einrichtungen, des Angebots auf der Speise- und Getränkekarte sowie der Serviceleistungen.

Weit über zehn Millionen Euro investieren die Alpenvereine jährlich in die Instandhaltung und Sanierung ihrer Hütten. Der größte Teil davon fließt in die umweltgerechte Modernisierung. Inzwischen ist ein Großteil der Alpenvereinshütten mit effizienten ökologischen Energieversorgungssystemen ausgestattet sowie mit einer umweltgerechten Entsorgung des Abwassers. Einige Hütten sind wahre Meisterwerke in der Kombination verschiedener zukunftsweisender Umwelttechnologien, die in jahrelanger Tüftelei speziell für den jeweiligen Standort mit seinen teils enormen Temperaturschwankungen vor Ort entwickelt wurden.

Berghütten Allgäu

Die rustikale Schäfergufelhütte unter der Freispitze in den Lechtaler Alpen

Für jeden Geschmack die richtige Hütte

In den Allgäuer und Lechtaler Alpen bietet eine große Anzahl an Berghütten Unterkunft und Brotzeit an. Einige Hütten sind ideal für Familien, andere sind ideal für Klettersteigfans und Kletterer, manche eignen sich für mehrere Bergsportarten. Bei den meisten handelt es sich um Hütten des Deutschen Alpenvereins, die Steinseehütte vom Österreichischen Alpenverein ist dabei, das Säulinghaus der Naturfreunde Augsburg und einige Privathütten oder besonders interessante Alpen mit Übernachtungsmöglichkeit.

Jede dieser Hütten hat einen individuellen Charakter und ihre speziellen Vorzüge. Sicher finden auch Sie die ein oder andere Hütte, auf der Sie sich so richtig wohl fühlen. Die schönsten Hüttenwanderungen haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

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